Chase - Sein Start in's Leben hat ihn leider geprägt!
Chases Fotogalerien finden Sie ganz unten auf dieser Seite.
Am 8. Juli habe ich das Tierheim in Colmar, Frankreich, besucht. Mein Anliegen war es, einige
Sachspenden zu bringen und dem einen oder anderen unvermittelbaren Hund eine Chance auf einen
Neuanfang zu geben.
Mich bringt in meinem Beruf nicht mehr viel aus der Fassung, weder wenn es Menschen noch
wenn es Hunde anbelangt.
Aber hätten Sie geglaubt, dass einer der schwierigsten Hunde im ganzen colmarer Tierheim
ausgerechnet ein Labrador ist??
Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle erwartet haben, nach meiner Rückkehr irgendeinen geifernden
und Blut triefenden Kampfhund in meinem Auto zu sehen. Aber ein Labrador???
Chase ist ein ganz besonderer Hund! Ich habe erstens selten so einen wohlproportionierten und
sportlich eleganten Labi gesehen und zweitens finde ich das Braun seiner unglaublichen Augen
einfach phänomenal! Am liebsten würde ich den dicken Kopf mit dem weichen Pelz in den Arm nehmen
und stundenlang knuddeln! Leider kann der arme Hund genau das, was er eigentlich so dringend
brauchen würde, nicht mehr zulassen.
In Colmar hiess der Rüde noch "Chance", weil ihm alle dort von ganzem Herzen wünschten, dass ihm
jemand eine Chance geben würde.
Sein ehemaliger Besitzer hat ihn massiv auf den Kopf geschlagen und ihn dadurch für's ganze
Leben geprägt. Chase Reflex, wenn er eine Hand auf sich zukommen sieht ist blitzschnell. Er
schnappt zu, bevor man es sich versieht.
Mit überlegtem Handeln - soweit man das überspitzt von einem Hund sagen kann - hat das
nichts zu tun. Chase Schmerz und Angst vor der schlagenden Hand ist so tief verwurzelt,
dass nur die Erahnung einer Handbewegung seinen Schutzreflex auslöst und er den vermeintlichen
Peiniger sofort abwehren und beissen will, bevor ihm wieder etwas schlimmes passiert.
Obiger Satz mit dem geifernden Kampfi war ein Scherz. Ich hätte mich niemals getraut, Chase
in mein Auto zu verladen und in die Schweiz mitzunehmen. Sein Abwehrverhalten gegen mich und
gegen alle anderen Besucher war so massiv und unmissverständlich, dass ich ihm niemals etwas
aufgedrängt oder ihn zu etwas gezwungen hätte. Chase ist so ein Fall, bei dem es nichts bringt,
den Hund zu etwas zwingen zu wollen. Der Schuss wäre 100%ig nach hinten los gegangen und es hätte
sicherlich Verletzte gegeben.
Zusammen mit Heike, die Chase sehr gut kennt und schon lange regelmässig mit ihm Gassi geht,
habe ich besprochen, wie wir diesem tollen und erst ca. 3jährigen Labrador helfen können.
Sie hat sich spontan dazu entschlossen, ihn eine Woche später zu mir nach Hause zu bringen.
Chase vertraut ihr und wenn es jemand schafft, ihn in ein Auto zu verladen, dann war es Heike.
Gesagt getan, am folgenden Samstag wurde Chase "geliefert". Er hatte die Fahrt gut überstanden,
man merkte ihm jedoch sehr deutlich an, dass er nervös, unsicher und gereizt war. Als er
in einem meiner Aussenzwinger untergebracht war, knurrte er sogar Heike an.
Wir haben ihm zuerst einige Stunden Ruhe gegönnt und als es für Heike Zeit zum Heimfahren war,
bat ich sie noch, Chase eine Kette und eine 20m Leine anzulegen. Die Kette sollte dazu dienen,
ihn mir notfalls vom Leib zu halten und ihn auch nicht zu verlieren, falls er sich entschliessen
würden, aus seinem normalen Halsband zu schlüpfen und sich aus dem Staub zu machen.
Damit Chase nicht das Gefühl des Verlassenwerdens bekam, begaben wir uns alle auf den Parkplatz,
Heike drückte mir die Leine in die Hand und ich wandte mich mit Chase der Spazierroute zu und
sie stieg in ihr Auto und fuhr davon, kaum waren wir ausser Sicht.
Ob ich ein mulmiges Gefühl im Bauch hatte, mit so einem grossen starken und gefährlichen
Hund alleine auf einer grossen Wiese zu sein? Mit einem Hund, der erst seit Kurzem erfahren
durfte, dass Menschen auch liebevoll und anständig sein können und der sicherlich noch nicht
glaubt, dass ihm dieses Glück nochmals wiederfährt.
Aufgrund welcher Erfahrungen sollte er auch
annehmen, dass ich eine der Guten war? Er hatte noch keinen Anhaltspunkt dafür, was diese fremde
Person von ihm wollte. Dennoch verhielt er sich erstaunlich souverän!
Ich war baff!

Heike hatte
mir schon erzählt, dass er Menschen in seiner Nähe nicht toleriert, sich aber beim Spazieren
an einer langen Leine hochanständig verhält. Das tat er wirklich!! Ich begann, ihn etwas zu fordern
und verlangte die üblichen Kunststücke wie sitz, platz etc. von ihm. Er machte alles anstandslos
und es gefiel ihm offensichtlich, etwas tun zu können. Er bekam von mir als Belohnung zugeworfene
Leckerli, welche er allesamt äusserst geschickt auf gefangen hat. Er benahm sich so gelöst, als wären seine
Probleme inexistent.
Mir selber war es nicht ganz wohl in meiner Haut. Ich kannte ihn nicht und wusste auch nicht,
was die Auslöser seiner Attacken waren. Nun gut, ich hatte "A" gesagt und zurück krebsen gilt nicht,
also musste ich mich auf "B" zu bewegen...
Am Waldrand nahm ich ein paar kleinere Hölzer auf und warf sie. Chase stürmte hochbegeistert davon
und brachte sie umgehend zurück. Dabei sah er so glücklich aus, dass ich ihn beinahe ohne nachzudenken
geknuddelt hätte. Seine Augen leuchteten, die Ohren hielt er erwartungsvoll zur Seite gestellt.
Man hätte bei seinem Anblick wirklich nicht gedacht, dass er schwierig zu vermitteln sei!
Nach einer Weile des Herumrennens verhedderte sich ein ziemlich grosser Ast, den Chase aus dem Wald
gezerrt hatte, in seiner Leine. Eine Weile unternahm ich nichts dagegen, konnte dann aber nicht mehr zusehen.
Chase verwickelte sich immer mehr und ich wusste, dass ich diese Situation irgendwie retten musste.
Und jetzt kommen wir zur Antwort:
Oh ja, ich hatte eindeutig ein flaues Gefühl im Magen! Ich musste jetzt nämlich sehr nah an seinen
Kopf, denn er hatte sich fast schon ein wenig in die Leine verknotet....
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Die ersten Bilder von Chase!
Dieser Hund kann so richtig den Clown spielen!
Chase mausert sich zu einem spitzenmässigen Hund! Möchten Sie sein neuer Freund und Fels in
der Brandung werden?
Ich freue mich auf Ihr eMail auf
weiermatt@gmx.net
Vielen Dank!
Sascha Winzeler, Inhaberin Tierpension Weiermatt
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